Friede sei mit Dir – Frieden finden in und mit uns selbst
Mit den Menschen um mich her in Frieden leben, unsere Beziehungen geprägt von dem Bemühen um einen gerechten Ausgleich zwischen den verschiedenen Bedürfnissen – wer möchte das nicht gerne? Die allermeisten Menschen sind darum bemüht, dieses Ideal auch in ihrem Alltag umzusetzen. Aber immer wieder scheitern wir daran, trotz aller guten Absichten und Anstrengungen geraten wir doch in Situationen, in denen uns das innere Gleichgewicht verloren geht und wir emotional reagieren in Weisen, die wir im Rückblick selbst nicht gut finden.

Frieden beginnt mit uns selbst, beginnt damit, dass wir in belastenden Situationen ruhig und gelassen bleiben – wenn uns das gelingt, dann steigt damit die Wahrscheinlichkeit erheblich, dass sich ein Konflikt, in den wir geraten, zufriedenstellend lösen lässt. Das liegt auch daran, dass uns nur in einem Zustand der Ruhe und der Gelassenheit unser gesamtes kreatives Potenzial zur Verfügung steht – wenn wir unter Stress geraten, übernimmt unser Zentralnervensystem für uns die Steuerung, und wir reagieren quasi automatisch nach Mustern, die wir schon früh von anderen gelernt und seither immer wieder praktiziert haben – meist sind das in unserer Gesellschaft verschiedene Formen von Abgrenzung, Abwehr, Flucht, Erstarren oder Gegenangriff und Aggression.
Wie können wir diese Muster durchbrechen und in herausfordernden Situationen zurück in die Ruhe finden? Darum soll es an diesem Mutmachabend gehen. Die christliche Spiritualität bietet dafür genauso Hilfsmittel wie die moderne Psychologie und andere Religionen und Frömmigkeitstraditionen.
Zum Frieden in uns gehört auch der Frieden mit uns selbst. Gelingt es uns, unsere Schwächen und Fehler realistisch, aber liebevoll zu betrachten? Haben wir Respekt und Verständnis für uns selbst – auch wenn wir nicht perfekt sind? Können wir unseren Frieden damit machen, dass wir nicht perfekt sind, dass nicht alles an uns bei den Menschen um uns herum auf Begeisterung stößt? Im christlichen Glauben sind wir eingeladen, genau das zu tun – im Wissen darum, dass wir immer beides sind – Ebenbild Gottes und tief verstrickt in Beziehungen, in denen wir andere verletzen und ihnen vielleicht sogar schlimmen Schaden zugefügt haben.
Beim zweiten Mutmachabend am 27. Juni wollen wir diesen Fragen nachgehen, von Menschen hören, die Wege zum inneren Frieden gefunden haben und praktizieren. Wir wollen einen realistischen und zugleich liebevollen Blick auf uns selbst wagen, beim gemeinsamen Abendessen mit einander teilen, was uns hilft, zu Ruhe und innerem Frieden zu kommen, was uns daran hindert und welche nächsten Schritte wir vielleicht gehen wollen und können, um diesem Frieden ein Stück näher zu kommen. Wir wollen uns gegenseitig ermutigen, diese Schritte zu wagen und mit einander um Gottes Segen dafür bitten. Und wir hoffen darauf, dass Gott uns an diesem Abend ein Stück von dem Frieden erfahren lässt, den Gott uns schenken will, und wir davon etwas mitnehmen in unseren Alltag mit seinen Herausforderungen!
Friede sei mit Dir – das ist der zweite Teil einer Reihe von vier Mut-Mach-Abenden, die sich über das Jahr verteilen und die sich wechselseitig ergänzen. In den folgenden zwei Teilen werden wir darüber nachdenken und uns austauschen, wie Frieden mit unseren Nächsten vielleicht auch da gelingen kann, wo alles schwierig erscheint, und wie unser Beitrag zum Frieden in unserem Land, in Europa und in der Welt aussehen könnte.